Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) 

Am 21. April 2021 veröffentlichte die Europäische Kommission einen Entwurf für die Überarbeitung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) als Teil des Sustainable Finance Package. Damit soll die Richtline zur nichtfinanziellen Berichterstattung (NFRD) erweitert werden. Das Ziel der geplanten Neuerung ist unter anderem die Erhöhung von Transparenz durch die Erweiterung der Berichtspflichten sowie bessere Vergleichbarkeit durch eine Vereinheitlichung der Offenlegungspflichten. Die neue CSRD soll ab dem Jahr 2023 in Kraft treten.

Erweiterung der Berichtspflichten
Der derzeitige Anwendungsbereich der Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung (NFI-RL 2014/95/EU) deckt zwar bereits eine große Zahl von Unternehmen ab, gilt aber bisher nur für große börsennotierte Unternehmen mit über 500 Mitarbeiter*innen. Durch die CSRD sollen diese Berichtspflichten auf alle Organisationen mit über 250 Angestellten sowie auf börsennotierte KMUs erweitert werden. Für KMUs werden allerdings vereinfachtere Berichterstattungsstandards gelten für deren Umsetzung sie drei Jahre Zeit haben. Auf Kleinstunternehmen werden keine neuen Berichtspflichten zukommen.
Siehe Unternehmen nach Größenklassen.

Vereinheitlichung der Offenlegungspflichten
Mit der Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung (NFRD) wurden für die jährliche Nachhaltigkeitsberichterstattung “einheitliche” Regeln für große Unternehmen eingeführt. Die Berichtspflichten der NFRD werden oft jedoch eher als unverbindliche Guideline anstatt als allgemein geltender Standard wahrgenommen. Um die Vergleichbarkeit der Berichterstattung der Unternehmen zu verbessern, sollen die Nachhaltigkeitsberichterstattung-Standards daher nun vereinheitlicht werden. Diese werden im Zuge der CSRD entwickelt und werden ab dem Jahr 2023 gelten. Verantwortlich für die Entwicklung der Standards ist die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG), bei der Österreich seit kurzem Mitglied ist. Die ersten Standards werden voraussichtlich bereits Mitte 2022 präsentiert.

Nachhaltigkeit als Teil des Lageberichts
Weiters sieht die CSRD vor, dass Nachhaltigkeitsinformationen zwingend als Teil des Lageberichts veröffentlicht werden. Damit entfällt die derzeitige Möglichkeit, diese Informationen in einem separaten Bericht offenzulegen. Das Ziel ist es, doppelte Berichterstattung zu vermeiden und dadurch Komplexität zu reduzieren.

Verpflichtende externe inhaltliche Prüfung
Da die Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung derzeit keine inhaltliche Prüfung vorsieht, lassen nur wenige der österreichischen Unternehmen ihren veröffentlichten Bericht extern prüfen. Die CSRD will das ändern, indem alle Berichte verpflichtend von unabhängigen Bestätigungsdienstleister*innen inhaltlich geprüft werden müssen.