Green Finance

Als besonders spannende Aufgabe durfte ich diese Woche im Rahmen des Kompaktlehrgangs Sustainable Finance als Lektorin an der Fachhochschule des BFI Wien einen Vortrag zum Thema Green Finance halten. Aus jenem Grund würden wir uns heute diesem Thema widmen und es etwas genauer erläutern. Green Finance ist ein breites Thema, so werden wir uns auf die wichtigsten, aktuellen Veränderungen und die breitere Einordnung in weitere Mechanismen wie das Zusammenspiel mit der EU-Taxonomie konzentrieren.

Am 10. März 2021 ist die SFDR Verordnung, die Sustainable Finance Disclosure Regulation in Kraft getreten. Die EU Verordnung verpflichtet Finanzmarktteilnehmer zur Veröffentlichung von Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Investitionsentscheidungen.

 

Was genau bedeutet das?

Finanzmarktteilnehmer müssen eine Erklärung über die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen bezüglich Nachhaltigkeitsfaktoren offenlegen. Genauer ist diese Verordnung als die Einführung von Art. 8 und Art. 9 in Kraft getreten, welche auf die zwei unterschiedlichen Kategorien der Finanzprodukte hinweist. Ein Finanzprodukt nach Art. 8 charakterisiert ein Produkt mit ökologischen und sozialen Merkmalen. Hingegen ist ein Produkt nach Art. 9 eines, welches nachhaltige Ziele anstrebt.

 

Wie steht die SFDR Verordnung mit der EU Taxonomie in Verbindung?

Die SDFR Verordnung hängt auch mit der EU Taxonomie zusammen. Demnach müssen beide Produktkategorien auch ein Reporting nach EU-Taxonomie vornehmen. Neben den zwei unterschiedlichen Finanzprodukten nach Art. 8 („hellgrüne“ Produkte) und Art. 9 („dunkelgrüne“ Produkte) nach der SFDR Verordnung unterscheidet die EU-Taxonomie noch nach einer 3. Kategorie, der „Sonstigen Finanzprodukte“.  Die beiden Finanzprodukte, Art. 8 und Art 9. unterscheiden sich in ihrer Gestaltung. Während Art. 8 Produkte ausschließlich ökologische und soziale Merkmale in der Investitionsentscheidung berücksichtigen, haben Art. 9 Produkte ein festes, angestrebtes Nachhaltigkeitsziel. Dies kann z.B. die konkrete Reduktion von CO₂ Emissionen bedeuten.

 

Aktuelle Entwicklungen

Am 1. Januar 2022 sollten die Technischen Regulierungsstandards (RTS) der SDFR Level II in Kraft treten. Diese verpflichten Fondgesellschaften und Produktanbieter nicht nur dazu, die wichtigsten negativen Auswirkungen ihrer Anlagen zu berücksichtigen, sondern auch wie sie planen, dies zu tun und zudem planen, sich um die negativen Folgen zu kümmern. Die Inkraftsetzung der technischen Regulierungsstandards für die SFDR wurde auf den 1. Januar 2023 verschoben.

 

Quellen

Fefundinfo.com

Sp-compliance.com