Wir überlegen, wie sich Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf Natur und Umwelt auswirken. Und stellen fest, – es ist ein komplexer Zusammenhang.

COVID-19, das Virus, welches die gesamte Weltbevölkerung nun schon seit über anderthalb Jahren erschüttert, stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Mitten in der vierten Welle wird deutlich, dass die Pandemie noch lange nicht besiegt ist und ein Ende nicht in naher Zukunft liegt.

Seit Beginn der Pandemie, kursieren Videos und Fotos in Medien weltweit rund um die heilende Natur mit Titeln wie „Zwei Delfine in der Lagune von Venedig gesichtet“. Es stimmt, dass Maßnahmen zur Eindämmung des Virus im April 2020 zu einem 17 %-igem Rückgang von Treibhausgasemissionen geführt haben, diese durchschnittlich im Vergleich zu 2019 allerdings nur einen Rückgang von 5,4 % bewirkten. Zudem kursiert der Mythos, dass sich bestimmte Wildtierarten zu erholen scheinen und ihren verlorenen Lebensraum wieder zurückerobern würden. Der Zusammenhang ist allerdings deutlich komplexer. Seit Beginn der Pandemie versuchen Wissenschaftler*innen weltweit auf  Hochdruck Zusammenhänge von COVID-19 und dem Klimawandel zu verstehen.

Um die Behauptung, dass Tiere in Zeiten des Lockdowns wieder die Städte eroberten, genauer zu untersuchen, stellte ein Team von Wissenschaftler*innen in ihrer Studie fest, dass die verstärkte Sichtung von Wildtieren nicht auf die Rückeroberung der Tiere von urbanen Gebieten zurückzuführen sei. Vielmehr handelt es sich um die durch den Lockdown zusätzlich gewonnene Zeit von Menschen, welche nun mehr Zeit haben, um die Natur um sich herum wahrzunehmen. Was aber deutlich wurde, ist, dass die Pandemie eine Möglichkeit für Menschen darstellt, Städte in Zukunft besser zu planen um eine bessere Koexistenz von Menschen und Wildtieren zu ermöglichen.

Der Lockdown gab Wissenschaftler*innen die einmalige Gelegenheit, Luftverschmutzung während eines kompletten Stillstands menschlicher Aktivitäten in Vergleich mit normalen Verhältnissen zu setzen. Es wurde deutlich, dass Treibhausgasemissionen während eines Lockdowns sanken, allerdings ist diese Senkung auf eine temporäre Periode zurückzuführen und stellt keinerlei nachhaltige Veränderungen dar, betont die Klimawissenschaftlerin Corinne Le Quéré der University of East Anglia. Damit ist auszuschließen, dass dieser kurzzeitige Rückgang von Treibhausgasemissionen einen Temperaturanstieg nachhaltig aufhalten kann.

Zudem muss der starke Anstieg an Online-Käufen und der Produktion von Verpackungsmaterialien berücksichtigt werden. Besonders im Bereich von medizinischer Versorgung ist der Verbrauch von Einwegplastik stark angestiegen. Wissenschatler*innen weisen darauf hin, dass in Wuhan während des Höhepunktes des Pandemieausbruchs zusätzlich 240 Tonnen an medizinischem Abfall produziert wurden.

Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Gesundheitskrise sind verheerend – sie haben allerdings auch deutlich gemacht, dass globale Bedrohungen real sind und schnelles Handeln erfordern. Konjunkturpakete wie der NextGenerationEU der Europäischen Union stellen einen wichtigen Schritt dar, um einen Übergang zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaft in Europa zu ermöglichen.

Auch nach der Wirtschaftskrise in 2008 sind Emissionen nach einem kurzen Rückgang wieder rasant angestiegen und seither stetig gewachsen. Es ist an der Zeit, dass Staaten und Unternehmen handeln, um einen Temperaturanstieg rechtzeitig auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Durch grüne Konjunkturprogramme und Investitionen kann die Europäische Union Arbeitsplätze in energieeffizienten und grünen Sektoren schaffen und die EU damit auf einen Pfad hin zu Klimaneutralität bis 2050 zu führen.

 

Wie kann VieSto Unternehmen auf ihrer Reise zur Nachhaltigkeit unterstützen?

Unternehmen stellen einen entscheidenden Akteur im Kampf für ein nachhaltiges und klimaneutrales Europa dar. Um natürliche Ressourcen nachhaltiger und verantwortungsvoller zu nutzen, ist es essenziell, dass Unternehmen dabei Nachhaltigkeitsstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen. Dabei unterstützt VieSto Sie durch:

  • Risiko- und Auswirkungsanalysen zu ESG Themen
  • Erstellung eines Lieferantenmappings und Durchführung einer Lieferantenbewertung
  • Vorbereitung auf die Anforderungen der Taxonomie VO – Die Entwicklung von SMARTEn Zielen und die Begleitung der Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, Schutz von Biodiversität und Achtung der Menschenrechte (Einhaltung der Mindeststandards) etc.